100 Tage Kindle in Deutschland – ein Fazit

Anlässlich des 100 Tage Jubiläums des Kindle in Deutschland möchte ich kurz einen Testbericht zu meinem kürzlich erworbenen Kindle von Amazon bereitstellen. Zugegeben war ich zunächst skeptisch gegenüber E-Book-Reader. Alle die gerne Lesen verstehen mich, wenn ich sage, dass alleine schon das Gefühl ein neues Buch in der Hand zu halten und zu wissen dass noch keiner dieses Buch gelesen hat einfach unbeschreiblich ist. Aber wenn man jeden Tag 20 Minuten mit der S-Bahn zur Arbeit fährt und die Bücher leider auch nicht leichter werden, war der Kauf eines E-Book-Readers unumgänglich.

Warum ein Kindle und kein anderer E-Book-Reader?

Ich bin schon seit langem Amazon Kunde und zu einem Preis von 139 Euro ist der Reader fast unschlagbar. Zur Wahl stand auch noch der Oyo von Thalia.de. Nach kurzem Vergleich der Details ist jedoch die Akkulaufzeit von durchschnittlich 2 Wochen des Kindle viel besser Zusätzlich lese ich sehr gerne mal englische Bücher und da bietet die Internationalität von Amazon einfach mehr Auswahl. Der einzige Nachteil des Kindle gegenüber dem Oyo, ist das dieser nur E-Books von Amazon darstellen kann und der Oyo das mehr verbreitete ePub Format verwendet. Da jedoch bekanntlich Amazon fast alles hat, war dies kein Ausschlusskriterium für mich.

Amazon Kindle

Bewertung des Kindle

Zum Kindle werden ein USB-Kabel und eine Kurzanleitung geliefert. Schade ist, dass der Stromadapter für 19,99 EUR extra dazu gekauft werden muss. Wer jedoch in Besitz eines Smartphones ist, hat in der Regel schon so einen Adapter und zur Not kann das Kindle auch über den PC aufgeladen werden.

Nach dem ersten Einschalten muss zunächst der Kindle eingerichtet werden. Dies wird alles sehr schön in der Kurzanleitung dargestellt und dauert nur höchsten 5 Minuten. Nur kurz das W-Lan einrichten und sich bei seinem Amazon-Konto anmelden. Falls man sich das Kindle selber gekauft hat und nicht wie ich geschenkt bekommen hat, ist der Kindle schon automatisch mit dem Amazon-Konto verbunden, sodass der Kindle noch schneller Betriebsbereit ist. Als erstes wird die Anleitung geöffnet, dort lernt man schnell alle Funktionen die wichtig sind kennen. Jedoch ist der Kindle auch sehr selbsterklärend, sodass ein kurzes Überfliegen der wichtigsten Punkte ausreicht. Wichtig ist allerdings, dass die Menüführung des Kindle vollständig in englischer Sprache ist. Die Sprache kann derzeit auch nicht geändert werden, da das Kindle nur aus Amerika importiert wird.

Und dann kann man auch schon loslegen und mit seinem Kindl einkaufen gehen. Oder fast. Denn hier kommt schon ein großer Nachteil. Wenn man nicht genau weiß was man lesen will und einfach mal nur stöbern will, ist dies nur sehr umständlich. Zwar laden sich die Seiten alle sehr schnell, jedoch ist das Surfen wenig angenehm. Dies ist dann am eigenen PC doch besser. Schade ist auch, dass die Preise der Bücher erst nach Anklicken des Titels preisgegeben werden. Schnell nach Schnäppchen suchen ist somit nicht möglich. Besonders gut ist jedoch, dass von jedem Buch eine Leseprobe zur Verfügung steht, die schon nach wenigen Sekunden auf dem Kindle heruntergeladen ist.

Zunächst habe ich eine Leseprobe eines meiner Lieblingsautoren heruntergeladen. Das Lesen ist genauso angenehm wie bei einem richtigen Buch. Das Umblättern der Seiten dauert auch nicht länger als bei einem richtigen Buch, vielleicht sogar schneller und auch nach dem Ausschalten weiß das Kindle immer wo man stehen geblieben ist. Wie das Display sich in direktem Sonnenlicht verhält, kann ich leider nicht beurteilen. Dafür war das Wetter in den letzten Tagen einfach zu schlecht. Am Ende der Probe wird einem dann direkt Angeboten das Buch zu kaufen. Was ich auch tat oder tun wollte. Jedoch kam erst mal eine Fehlermeldung. Ich musste mich zunächst an meinem PC über meinem Amazon-Konto für das so genannte 1-Click-Verfahren anmelden. Dies tat ich dann auch und konnte das Buch dann auch sofort runterladen. Nachteil ist jedoch, dass bei diesem Kaufverfahren keine Abfrage eines Passwortes erfolgt, sodass jeder der Zugriff auf den Kindle hat, schön einkaufen kann. Da mir dies nicht so gefiel, schrieb ich Amazon an ob ich mich den von diesem Verfahren wieder abmelden kann. Als Antwort erhielt ich, dass dies aus technischen Gründen nicht möglich ist und ich auch nur so Bücher kaufen könnten und nicht über den PC. Als Hinweis erhielt ich jedoch, dass der Kindle auch mit einem Passwort geschützt werden kann. Was ich dann gezwungener Maßen auch tat.

Nach dem lesen, will man natürlich seinen Kindle auch ordentlich ausschalten. Da zeigt sich jedoch meiner Meinung einer der größten und vor allem nervigsten Nachteile auf. Zwar schaltet sich der Kindle nach kurzem betätigen des Ein-/Ausschalters in den Stand-By-Modus um jedoch den Kindle komplett auszuschalten muss dieser Schalter ganze 7 Sekunden gedrückt werden. Dies ist ziemlich lang und auch nervig, weshalb ich mein Kindle nur sehr selten ausschalte. Wie sich dies auf die Akkuleistung auswirkt kann ich leider nicht beurteilen, da ich bis jetzt das Kindle noch kein 2. Mal aufladen musste.

Kindle-App

Ein sehr großer Vorteil des Kindle ist die entsprechende App für das Smartphone. Falls man doch mal sein Kindle vergisst, kann man ganz einfach über das Smartphone weiterlesen. Beide Geräte synchronisieren den Fortschritt, sodass jederzeit beim letzten Stand weitergelesen werden kann. Das App ist zudem kostenlos. Zwar ist das lesen nicht so angenehm wie auf dem Kindle, für den Notfall reicht es jedoch aus.

Zusatzfunktionen des Kindle

Der Kindle bietet viele Funktionen an. In dem jeweiligen Buch können Notizen hinzugefügt werden. Das Tippen ist durch die Tastatur auch sehr einfach. Getestet habe ich es noch nicht, da ich bis jetzt noch nie in ein Buch Notizen eingefügt habe. Aber bei Wissenschaftlichen Büchern stelle ich mir dies sehr hilfreich und sinnvoll vor.

Sehr interessant finde ich auch die Möglichkeit Internetseiten mit dem Kindle aufzurufen. Dies ist zwar noch in der Testphase, funktioniert jedoch sehr gut. Erwarten sollte man sich jedoch nicht allzu viel. Die Seiten sind sehr klein, sodass lesen kaum möglich ist. Besonders da das vergrößern nur Abschnittsweise funktioniert und man somit selbst innerhalb einer Zeile umblättern muss. Dies ist einfach zu umständlich.

Dasselbe Problem tritt auch bei PDF Dateien auf. Ist die Schriftart der Datei zu klein ist das Lesen zu schwierig und langwierig. Sollte man also eigene PDF-Dateien auf dem Kindle lesen wollen, ist eine große Schriftart sehr empfehlenswert. Das hochladen der Datei auf das Gerät ist jedoch sehr einfach. Einfach den Kindle an den PC schließen und die Datei einfügen.

Der Kindle in der Tasche von Belkin

Zubehör zum Kindle

Da so ein Kindle auch geschützt werden will habe ich mir die passende Hülle von Belkin gekauft. Die direkt von Amazon angebotene Lederhülle ist zwar auch sehr elegant und schön, jedoch wollte ich eine Hülle die auch vor Schmutz und Wasser schützt. Dies ist bei den Lederhüllen nicht der Fall, da dieser an den Seiten offen ist. Die Hülle von Belkin war damit meine erste Wahl. Das Kindle passt auch entgegen einiger Bewertungen perfekt hinein und auch einen extremen unangenehmen Geruch kann ich nicht bestätigen. Die Hülle riecht zwar ein bisschen, aber bei neuen Produkten ist dies ja immer der Fall.

Fazit

Das Kindle ist auf jedenfall ein E-Book-Reader den man weiterempfehlen kann. Zum Lesen von Büchern ist er bestens geeignet und die noch kleinen Nachteile lassen sich einfach umgehen, indem man wie gewohnt an seinem PC einkauft. Mit farbigen Bildern macht dies ja eh mehr Spaß. Ob sich das Kindle-Format gegenüber dem ePub noch durchsetzten kann ist noch fraglich. In der Zukunft wäre es wünschenswert wenn Amazon auch ermöglicht auf dem Kindle E-Books im ePub-Format zu lesen um somit den Markt zu erweitern. Besonders interessante ist dies auch für Bibliotheken. Einige, wie zum Beispiel die Stadtbücherei bieten schon einzelne E-Books zum Ausleihen an, jedoch nur im ePub Format. Wenn dies auch vom Kindle zu lesen wäre, wäre dieser Reader einfach unschlagbar. Zu beachten ist weiterhin die Sprache der Menüführung und der Preis von zusätzlichem Zubehör, wie ein Netzadapter.