Dynamo Dresden wird vom DFB-Pokal disqualifiziert

Der DFB hat entschieden: Dynamo Dresden darf in der nächsten Saison nicht am DFB-Pokal teilnehmen. Grund sind die schweren Ausschreitungen in der DFB-Pokalpartie gegen den deutschen Meister Borussia Dortmund. Die Strafe wirkt ziemlich hart.

Ob die Dresdner in Berufung gehen um das Urteil anzufechten ist derzeit nicht bekannt. Für Dynamo ist es nach 1991 bereits der zweite Ausschluss in einem Pokal-Wettbewerb. Vor 20 Jahren wurde der Verein bereits für den Europapokal der Landesmeister (Also die heutige Champions League) disqualifiziert. Damals gab es beim Rückspiel gegen Roter Stern Belgrad schwere Krawalle und der Schiedsrichter musste das Spiel abbrechen.

Fakt ist, Vereine wie Dynamo Dresden oder auch kürzlich der FC Hansa Rostock fallen immer wieder mit Ausschreitungen einiger Fans auf. Es gibt regelmäßig verletze Fans oder Ordnungshüter in den Stadien. Allerdings konnte man die Täter bisher nicht wirklich greifen. Daher ist eine solch drastische Strafe generell nicht sehr überraschend. Die Frage die sich mir allerdings aktuell stellt ist: Warum werden die wirklich harten Strafen fast ausschließlich gegen Vereine aus den neuen Bundesländern ausgesprochen? Wenn die Fans von Vereinen wie Eintracht Frankfurt oder St. Pauli gewaltsame Ausschreitungen ausüben, dann wird dies meist heruntergespielt.

Beispielsweise wurden bei dem Pokalspiel Eintracht Frankfurt gegen Kaiserslautern(das war übrigens der gleiche Spieltag wie das hier genannte Spiel zwischen Dortmund und Dresden) insgesamt 8 Polizisten durch Randalierer verletzt. Einer wurde von einem 1,7 Kilogramm schweren Stein im Nacken getroffen. Der Beamte war anschließend verletzt. Über den aktuellen Gesundheitszustand des Polizisten habe ich leider keine Informationen. Diese Vergehen sind mindestens genauso schlimm um eine Disqualifikation vom DFB-Pokal zu rechtfertigen.

Weiterhin ist fraglich in wie weit diese Strafen auch die tatsächlichen Täter erreichen. Leider wirkt es so, als wenn hierdurch lediglich dem Verein ein Schaden zugefügt wird. Die Krawallmacher warten eben aufs nächste Spiel, oder fahren bei Bedarf ins nächste Stadion um Ärger zu machen. Auch die Verurteilung der Ultragruppierungen in diversen Medien halte ich für äußerst fraglich. Denn es werden wohl kaum die Ultras sein, die in den Stadien Krieg gegen gegnerische Fans und Polizei führen.

Derzeit kommt es mir so vor als wenn der DFB die Vereine mit den Problemen alleine lässt. Im Extremfall lässt sich einfach der Verein bestrafen. Die Situation in deutschen Stadien wird sich aber solange nicht ändern, solange der DFB nichts gegen die gewaltbereiten Fans unternimmt. Leider habe ich keine konkreten Lösungsvorschläge um das Problem anzugehen. Aber es tut schon weh, das große Traditionsvereine von einigen Chaoten so zerstört werden. Mittlerweile ist es ja soweit dass Sponsoren abspringen weil diese einen Image-Verlust fürchten.