Felix Sturm erboxt sich mit Mühe ein unentschieden gegen Murray

Eigentlich wollte Felix Sturm am gestrigen Abend wieder einen überzeugenden Sieg landen, denn nach seinem letzten Kampf gegen den Iren Matthew Macklin, welchen er knapp gewann, war Sturm doch heftig in die Kritik geraten. Sturm boxte gestern in Mannheim gegen den bisher ungeschlagenen Engländer Martin Murray. Dieser war bis gestern international eher unbekannt, aber eben ungeschlagen. Es reichte allerdings nur für ein zweifelhaftes Unentschieden. Damit verteidigte Sturm seinen WBA-Weltmeistertitel im Mittelgewicht.

Der 29-jährige Brite boxte couragiert gegen den ebenfalls engagierten Felix Sturm. Insgesamt war der Kampf recht spannend, da beide Boxer ähnlich gut waren. Nach meinem Punktzettel war eher Murray leicht vorne, allerdings war der Kamp sehr eng. Das Remis geht also insgesamt in Ordnung. Murray jedoch verdient meiner Meinung einen Rückkampf da er zu jeder Zeit im Kampf einen kompletteren Eindruck machte. Boxerisch war der Kampf gestern Abend aber durchaus ein Leckerbissen. Die beiden Kontrahenten wussten wirklich zu unterhalten.

Im Vorfeld des Kampfes wurde Axel Schulz als Experte gegen Markus Beyer, einem ehemaligem deutschen Box-Weltmeister ausgetauscht. Schulz war beim letzten Kampf Sturms wohl zu kritisch mit der boxerischen Qualität von Felix Sturm. Markus Beyer hingegen verstand es gestern Abend blendend den Kampf und die Leistung von Sturm schön zu reden. Laut diesem hätte Sturm vermutlich jede Runde klar dominiert. Ähnlich sah es nach dem Kampf übrigens Felix Sturm selbst auch. Das sind doch schon alles ziemlich zweifelhafte Experten bei Sat1.

Hinter Sturms Karriere steht aber seit gestern ein noch größeres Fragezeichen als nach der schwachen Vorstellung gegen Matthew Macklin. Anscheinend gehen ihm mittlerweile die Gegner aus. Einen Titelvereinigungskampf gegen einen der anderen Weltmeister der großen Verbände würde Sturm wohl kaum standhalten. Dafür ist er wohl zu schwach. Auch einem Rückkampf gegen Murray oder gar Macklin wird Sturm aber wohl aus dem Weg gehen. Denn wenn er diese Größe hätte, dann wäre er gestern gegen Matthew Macklin angetreten. Einen Kampf gegen Arthur Abraham wird Sturm wohl ebenfalls aus dem Weg gehen. Dieser hatte diese Gewichtsklasse, vor seinem Aufstieg ins Cruisergewicht, doch ziemlich konkurrenzlos dominiert.