Frauenfußball WM in Deutschland – ein abschließendes Fazit

Homore Sawa (Copyright by Kafuffle)

Die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen in Deutschland ist nun vorbei. Japan hat in einem exzellenten und vor allem sehr spannendem Finale gegen die Mannschaft der USA im Elfmeterschießen gewonnen. Das Turnier hat einen sehr guten Eindruck gemacht. Die Japaner gehen als verdienter Sieger aus dem Wettbewerb. Immerhin wurden mit Deutschland als amtierender Weltmeister und den USA zwei absolute Topfavoriten geschlagen. Die Asiaten wirkten in jeder Situation souverän – technisch wie auch mental. Außerdem waren sie konditionell mit am stärksten. Zurecht wurde die Japanerin Homare Sawa am Ende des Turniers zur besten Spielerin gewählt.

Ich möchte allerdings die Weltmeisterschaft nicht nur rein sportlich bewerten sondern auch das Turnier insgesamt. Aus rein deutscher Sicht kann die Weltmeisterschaft natürlich nicht als Erfolg bezeichnet werden. Die deutsche Mannschaft musste das Turnier bereits im Viertelfinale verlassen und das immerhin als großer Favorit auf den Titel. Ich habe einige Spiele live gesehen (nicht alle) und muss gestehen, dass der Frauenfußball insgesamt deutlich nach vorne gekommen. Die Spiele gelten insgesamt deutlich attraktiver (und damit meine ich nicht die Spielerinnen). Mit den Siegern aus Japan und den Finalisten aus den Vereinigten Staaten gab es sehr positive Beispiele für Teams dieses Wettbewerbs. Allerdings gab es auch Mannschaften und einzelne Personen die eher Negativ aufgefallen sind. Als größtes Beispiel sollten hier die Nordkoreanerinnen genannt werden. Hier wurden einige Spielerinnen der Mannschaft beim Doping enttarnt. Außerdem ist mit Brasilien und ihrer großen Marta natürlich einer der großen Favoriten bereits im Viertelfinale ausgeschieden. Marta machte mit ihrem Auftritt bei der WM sowieso einen eher unglücklichen Eindruck, nicht aus sportlicher, sondern aus menschlicher Sicht. Die arrogante Art einer so exzelenten Spielerin ist eher traurig. Als Gastgeber haben wir deutschen leider einen eher negativen Eindruck gemacht. Es schien so, als wenn die Weltmeisterschaft deutlich an Marktwert verloren hat als Deutschland im Viertelfinale ausgeschieden sind. Teilweise wurden Public Viewings abgesagt. Tickets für Spiele wurde verramscht. Das ist nicht schön.

Einige weitere negative Dinge bei der Weltmeisterschaft die mir aufgefallen waren, sind (und das muss ich hier nochmal ganz klar sagen) die deutsche Mannschaft. Ich habe das Spiel der deutschen Mannschaft, insbesondere die taktischen, konditionellen und mentalen Schwächen bereits in dem Artikel “3. Plätze sind was für Männer”-Artikel untersucht und kritisiert. Auch die öffentliche Behandlung von Birgit Prinz kann ich so nicht nachvollziehen. Selbstverständlich habe ich auch dieses Vorgehen in dem Artikel kritisiert. Außerdem kann ich den Deutschen Fußball Bund beim besten Willen auch nicht bei der Entscheidung, Sylvia Neid im Amt zu belassen, unterstützen.

Wie geht es mit dem deutschen Frauen-Fußball nun weiter? Sylvia Neid bleibt bekanntlich Trainerin der Nationalmannschaft. Eine Teilnahme bei Olympia wurde mit dem Ausscheiden im Viertelfinale verpasst. Demnach hat der DFB und auch Sylvia Neid nun zwei Jahre Zeit in der Nationalmannschaft einen Neuanfang zu machen. Ich hoffe das wir bei der Europameisterschaft mehr Glück haben. Japan und die USA werden nicht dabei sein, daher haben wir dann vielleicht mehr Grund zur Freude. Insgesamt verabschiede ich die Weltmeisterschaft mit einem gemischtem Gefühl.