Geheule um fehlenden Zivildienst nervt

Seit dem 01.Juli 2011 gibt es in Deutschland ganz offiziell keinen Zivildienst mehr, der offizielle Nachfolger, der Bundesfreiweilligendienst kommt in Deutschland noch nicht so gut an. Warum? Ich habe versucht dieses Problem in diesem Artikel zu analysieren.
Der so genannte Zivildienst war seit vielen Jahren ein Ersatz für den Dienst an der Waffe, also dem Wehrdienst bei der Bundeswehr. Das heißt junge Männer, die den Dienst an der Waffe aus Gewissensgründen ablehnen (Mit anderen Worten: Die Leute hatten einfach keinen Bock auf die Bundeswehr), haben alternativ die Möglichkeit auf den Zivildienst. Mit der seit 20 Jahren längst überflüssigen Beendigung der Wehrpflicht in Deutschland ist auch der Zivildienst gestorben.
Im Gegensatz zur Wehrpflicht hatte der Zivildienst jedoch seine Berechtigung. Zivildienstleistende, kurz Zivis, konnten in Altenheimen, Krankenhäusern, Kindergärten oder anderen wichtigen Einrichtungen unterstützen. Als Dankeschön gab es damals eine lächerliche Bezahlung. Jedoch gab es für viele nur diese Möglichkeit der Bundeswehr zu entfliehen und zu Hause bei den Eltern zu bleiben. Um nun die Lücke zu Füllen die der fehlende Zivildienst hinterlässt, haben sich Deutschlands Politiker, als Ersatz den so genannten Bundesfreiwilligendienst überlegt, laut Wikipedia eine “Initiative zur freiwilligen, gemeinnützigen und unentgeltlichen Arbeit“. So schwachsinnig das klingt ist es auch…
Mittlerweile beklagen sich die ersten Krankenhäuser und Pflegeheime, weil nicht genügend Freiwillige bereitstehen um zu helfen. Kam also die Abschaffung der Wehrpflicht zu früh? Ganz sicher nicht! Die Abschaffung bzw. Aussetzung (so wie es in der Öffentlichkeit bezeichnet wird) der Wehrpflicht war mehr als Überfällig.

Wieso melden sich so wenige Jugendliche für den Freiwilligendienst?

Ein Grund für das mangelnde Interesse wird wohl das Taschengeld sein, welches die Freiwilligen bekommen. Dafür gibt es einen Höchstsatz von 330€ im Monat. Welcher Mensch kann heutzutage in Deutschland von 330 € im Monat leben? Ganz richtig – Niemand. Das heißt im Klartext der Zwang des Zivildienstes ist zwar entfallen, die lächerliche Bezahlung ist jedoch geblieben.
Wenn man hier entsprechend nachjustieren würde, dann könnte sich durchaus etwas entwickeln. Schon alleine die Tatsache das als Taschengeld zu bezeichnen, halte ich für unverschämt. Die Jungen Frauen und Männer die sich zum Bundesfreiwilligendienst melden und diese Arbeit machen die verdienen einen Arbeitslohn! So sollte man diese Bezahlung auch bezeichnen, denn die Menschen werden gebraucht.
Der zweite große Grund warum das Konzept scheitert, ist einfach die mangelnde Informationspolitik. Die Jungen Leute laufen ja nun nicht auf der Straße herum und suchen aktiv nach Beschäftigung. Es gibt garantiert Menschen die durchaus bereit wären zu Helfen, aber die Leute werden schlichtweg nicht informiert. Aber nicht nur die Verantwortlichen für den Bundesfreiwilligendienst sind hier in der Verantwortung. Insbesondere Unternehmen die sich in den letzten 20 Jahren vom Zivildienst abhängig gemacht haben, hätten meiner Ansicht viel schneller reagieren können, wenn nicht sogar müssen.

Wieso haben die Politiker und die Unternehmen sich nichts besseres ausgedacht?

Das ist eine sehr gute Frage. Bereits seit Sommer 2010 wurde öffentlich diskutiert die Wehrpflicht und damit auch den Zivildienst in Deutschland abzuschaffen. Vor vorgehaltener Hand wusste auch jeder, dass die Wehrpflicht in Deutschland seit 20 Jahren komplett Überflüssig ist. Wieso also hat sich hier niemand vorbereitet? Weder Krankenhäuser, Kindergärten noch Pflegeheime haben etwas unternommen. Das sind meiner Meinung die Mitschuldigen für diese Situation. Wieso wurden die notwendigen Stellen nie vollwertig besetzt? Man hat sich lieber auf der Situation ausgeruht. Nun Jammern alle, weil es nicht genügend Freiwillige gibt.

Gegenvorschläge?

Hmm. Wenn man sich den Bundesfreiwilligendienst näher anschaut gibt es garantiert noch eine Menge Verbessungspotential. Hier können die Verantwortlichen in den nächsten Jahren ansetzen:

  • Höhere Bezahlung
  • Bessere Informationspolitik (zum Beispiel Präsentationen in der Schule)
  • Bedarf an Freiwilligen verringern, in dem man mehr Personal einstellt

Das Problem müssen aber letztlich die Betroffenen selber lösen, es hilft jedoch nichts, dass sich Unternehmen, die auf die Freiweilligen angewiesen sind, nur über die Situation beklagen. Auch die Politik, insbondere das Verteidigungsministerium muss sich der Verantwortung stellen und hier aufräumen.