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Zurück aus den Ferien

Ich muss wirklich zugeben: In den letzten Wochen war es hier wirklich sehr ruhig geworden. Zum einen lag es daran dass ich nicht im Lande war, sondern im Urlaub auf Usedom und Rügen. Es übrigens sehr schön da. Zum anderen lag es aber auch daran, dass es in den letzten Wochen nicht so wirklich viele Themen gegeben hatte. Ich hoffe ihr könnt mir verzeihen.

Es sind aber dann doch einige Ereignisse geschehen die mich wirklich interessieren bzw. interessiert haben. Denn in diesem September wurden unter anderem die Radsport-Weltmeisterschaften in Kopenhagen ausgetragen. Immerhin gingen 5 Medaillen an deutsche Sportler, darunter zweimal Gold. Das hat mich wirklich riesig gefreut, denn Judith Arndt die ich ja vor einigen Wochen noch beim Dachauer Bergkriterium beobachten konnte wurde bei den Frauen Zeitfahrweltmeisterin. Bei den Männern schaffte es Tony Martin seine exzellenten Zeitfahrqualitäten unter beweis zu stellen. Er gewann das Zeitfahren bei den Männern überragend. Martin ist nach Bert Grabsch und Jan Ullrich der dritte deutsche Zeitfahrweltmeister geworden. Außerdem schaffte er es die Vorherrschaft von Fabian Cancellara in dessen Paradedisziplin zu brechen. Sein nächstes Ziel heißt nun Olympia.

Auch sonst ist in den letzten Wochen in der Sportwelt einiges passiert. Denn mittlerweile ist es fast soweit dass man sagen kann: Sebastian Vettel ist zum zweiten mal Weltmeister. Zwar noch nicht rechnerisch, aber ihm fehlt noch ein kleines Pünktchen in den letzten fünf Rennen. Das ist, nach dem Saisonverlauf zu urteilen, wohl kein Hexenwerk für Vettel.

Auch Vitali Klitschko konnte seinen WM-Titel gegen den Polen Tomasz Adamek erfolgreich verteidigt. Adamek ist wie David Haye aus dem Cruisergewicht ins Schwergewicht gewechselt. Aber hier zeigte sich eindeutig, dass Adamek im Schwergewicht im Grunde genommen nichts zu suchen hat. Wie es nun mit der Karriere von Vatali Klitschko weitergehen soll ist ungewiss. Der mittlerweile 40-jährige ist aktuell wohl nur von seinem jüngeren Bruder Wladimir Klitschko zu schlagen. Dieser Dominiert das Schwergewicht ähnlich souverän. Zu diesem Kampf wird es jedoch wohl kaum kommen. Also ist unklar ob Vitali noch auf den Kampf gegen Großmaul Haye wartet oder demnächst in den Ruhestand bzw. der Politik in der Ukraine weitermachen wird. Hier bemüht sich der ältere der beiden Klitschkos bereits seit Jahren.

Was ist sonst noch passiert? Fußballerisch wird Deutschland momentan vom FC Bayern München wie in besten Zeiten dominiert. Das freut mich zwar nicht besonders, aber das der gebürtige Greifswalder Toni Kroos sehr großen Anteil am Erfolg der Bayern hat, das ist doch interessant. Es scheint also doch am Trainer zu liegen. Denn Jupp Heynckes der Kroos bereits in Leverkusen zu einem der besten und Torgefährlichsten Mittelfeldspieler gemacht hat, der scheint den 21-jährigen wieder neu entdeckt zu haben. Es macht wirklich Spaß diesem Spieler zuzusehen.

Für eine andere Mannschaft hingegen läuft es leider nicht so gut in dieser Saison. Denn Hansa Rostock hat es nach dem erfolgreichem Aufstieg in die zweite Bundesliga bisher noch nicht geschafft einen Sieg einzufahren. Die Saison ist zwar noch lang, aber es zeichnet sich bereits jetzt ziemlich eindeutig ab, dass die Kogge es auch in der restlichen Saison ziemlich schwer haben wird. Ich hoffe jedoch das beste für den letzten DDR-Meister.

Frauenfußball WM in Deutschland – ein abschließendes Fazit

Homore Sawa (Copyright by Kafuffle)

Die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen in Deutschland ist nun vorbei. Japan hat in einem exzellenten und vor allem sehr spannendem Finale gegen die Mannschaft der USA im Elfmeterschießen gewonnen. Das Turnier hat einen sehr guten Eindruck gemacht. Die Japaner gehen als verdienter Sieger aus dem Wettbewerb. Immerhin wurden mit Deutschland als amtierender Weltmeister und den USA zwei absolute Topfavoriten geschlagen. Die Asiaten wirkten in jeder Situation souverän – technisch wie auch mental. Außerdem waren sie konditionell mit am stärksten. Zurecht wurde die Japanerin Homare Sawa am Ende des Turniers zur besten Spielerin gewählt.

Ich möchte allerdings die Weltmeisterschaft nicht nur rein sportlich bewerten sondern auch das Turnier insgesamt. Aus rein deutscher Sicht kann die Weltmeisterschaft natürlich nicht als Erfolg bezeichnet werden. Die deutsche Mannschaft musste das Turnier bereits im Viertelfinale verlassen und das immerhin als großer Favorit auf den Titel. Ich habe einige Spiele live gesehen (nicht alle) und muss gestehen, dass der Frauenfußball insgesamt deutlich nach vorne gekommen. Die Spiele gelten insgesamt deutlich attraktiver (und damit meine ich nicht die Spielerinnen). Mit den Siegern aus Japan und den Finalisten aus den Vereinigten Staaten gab es sehr positive Beispiele für Teams dieses Wettbewerbs. Allerdings gab es auch Mannschaften und einzelne Personen die eher Negativ aufgefallen sind. Als größtes Beispiel sollten hier die Nordkoreanerinnen genannt werden. Hier wurden einige Spielerinnen der Mannschaft beim Doping enttarnt. Außerdem ist mit Brasilien und ihrer großen Marta natürlich einer der großen Favoriten bereits im Viertelfinale ausgeschieden. Marta machte mit ihrem Auftritt bei der WM sowieso einen eher unglücklichen Eindruck, nicht aus sportlicher, sondern aus menschlicher Sicht. Die arrogante Art einer so exzelenten Spielerin ist eher traurig. Als Gastgeber haben wir deutschen leider einen eher negativen Eindruck gemacht. Es schien so, als wenn die Weltmeisterschaft deutlich an Marktwert verloren hat als Deutschland im Viertelfinale ausgeschieden sind. Teilweise wurden Public Viewings abgesagt. Tickets für Spiele wurde verramscht. Das ist nicht schön.

Einige weitere negative Dinge bei der Weltmeisterschaft die mir aufgefallen waren, sind (und das muss ich hier nochmal ganz klar sagen) die deutsche Mannschaft. Ich habe das Spiel der deutschen Mannschaft, insbesondere die taktischen, konditionellen und mentalen Schwächen bereits in dem Artikel “3. Plätze sind was für Männer”-Artikel untersucht und kritisiert. Auch die öffentliche Behandlung von Birgit Prinz kann ich so nicht nachvollziehen. Selbstverständlich habe ich auch dieses Vorgehen in dem Artikel kritisiert. Außerdem kann ich den Deutschen Fußball Bund beim besten Willen auch nicht bei der Entscheidung, Sylvia Neid im Amt zu belassen, unterstützen.

Wie geht es mit dem deutschen Frauen-Fußball nun weiter? Sylvia Neid bleibt bekanntlich Trainerin der Nationalmannschaft. Eine Teilnahme bei Olympia wurde mit dem Ausscheiden im Viertelfinale verpasst. Demnach hat der DFB und auch Sylvia Neid nun zwei Jahre Zeit in der Nationalmannschaft einen Neuanfang zu machen. Ich hoffe das wir bei der Europameisterschaft mehr Glück haben. Japan und die USA werden nicht dabei sein, daher haben wir dann vielleicht mehr Grund zur Freude. Insgesamt verabschiede ich die Weltmeisterschaft mit einem gemischtem Gefühl.

Geheule um fehlenden Zivildienst nervt

Seit dem 01.Juli 2011 gibt es in Deutschland ganz offiziell keinen Zivildienst mehr, der offizielle Nachfolger, der Bundesfreiweilligendienst kommt in Deutschland noch nicht so gut an. Warum? Ich habe versucht dieses Problem in diesem Artikel zu analysieren.
Der so genannte Zivildienst war seit vielen Jahren ein Ersatz für den Dienst an der Waffe, also dem Wehrdienst bei der Bundeswehr. Das heißt junge Männer, die den Dienst an der Waffe aus Gewissensgründen ablehnen (Mit anderen Worten: Die Leute hatten einfach keinen Bock auf die Bundeswehr), haben alternativ die Möglichkeit auf den Zivildienst. Mit der seit 20 Jahren längst überflüssigen Beendigung der Wehrpflicht in Deutschland ist auch der Zivildienst gestorben.
Im Gegensatz zur Wehrpflicht hatte der Zivildienst jedoch seine Berechtigung. Zivildienstleistende, kurz Zivis, konnten in Altenheimen, Krankenhäusern, Kindergärten oder anderen wichtigen Einrichtungen unterstützen. Als Dankeschön gab es damals eine lächerliche Bezahlung. Jedoch gab es für viele nur diese Möglichkeit der Bundeswehr zu entfliehen und zu Hause bei den Eltern zu bleiben. Um nun die Lücke zu Füllen die der fehlende Zivildienst hinterlässt, haben sich Deutschlands Politiker, als Ersatz den so genannten Bundesfreiwilligendienst überlegt, laut Wikipedia eine “Initiative zur freiwilligen, gemeinnützigen und unentgeltlichen Arbeit“. So schwachsinnig das klingt ist es auch…
Mittlerweile beklagen sich die ersten Krankenhäuser und Pflegeheime, weil nicht genügend Freiwillige bereitstehen um zu helfen. Kam also die Abschaffung der Wehrpflicht zu früh? Ganz sicher nicht! Die Abschaffung bzw. Aussetzung (so wie es in der Öffentlichkeit bezeichnet wird) der Wehrpflicht war mehr als Überfällig.

Wieso melden sich so wenige Jugendliche für den Freiwilligendienst?

Ein Grund für das mangelnde Interesse wird wohl das Taschengeld sein, welches die Freiwilligen bekommen. Dafür gibt es einen Höchstsatz von 330€ im Monat. Welcher Mensch kann heutzutage in Deutschland von 330 € im Monat leben? Ganz richtig – Niemand. Das heißt im Klartext der Zwang des Zivildienstes ist zwar entfallen, die lächerliche Bezahlung ist jedoch geblieben.
Wenn man hier entsprechend nachjustieren würde, dann könnte sich durchaus etwas entwickeln. Schon alleine die Tatsache das als Taschengeld zu bezeichnen, halte ich für unverschämt. Die Jungen Frauen und Männer die sich zum Bundesfreiwilligendienst melden und diese Arbeit machen die verdienen einen Arbeitslohn! So sollte man diese Bezahlung auch bezeichnen, denn die Menschen werden gebraucht.
Der zweite große Grund warum das Konzept scheitert, ist einfach die mangelnde Informationspolitik. Die Jungen Leute laufen ja nun nicht auf der Straße herum und suchen aktiv nach Beschäftigung. Es gibt garantiert Menschen die durchaus bereit wären zu Helfen, aber die Leute werden schlichtweg nicht informiert. Aber nicht nur die Verantwortlichen für den Bundesfreiwilligendienst sind hier in der Verantwortung. Insbesondere Unternehmen die sich in den letzten 20 Jahren vom Zivildienst abhängig gemacht haben, hätten meiner Ansicht viel schneller reagieren können, wenn nicht sogar müssen.

Wieso haben die Politiker und die Unternehmen sich nichts besseres ausgedacht?

Das ist eine sehr gute Frage. Bereits seit Sommer 2010 wurde öffentlich diskutiert die Wehrpflicht und damit auch den Zivildienst in Deutschland abzuschaffen. Vor vorgehaltener Hand wusste auch jeder, dass die Wehrpflicht in Deutschland seit 20 Jahren komplett Überflüssig ist. Wieso also hat sich hier niemand vorbereitet? Weder Krankenhäuser, Kindergärten noch Pflegeheime haben etwas unternommen. Das sind meiner Meinung die Mitschuldigen für diese Situation. Wieso wurden die notwendigen Stellen nie vollwertig besetzt? Man hat sich lieber auf der Situation ausgeruht. Nun Jammern alle, weil es nicht genügend Freiwillige gibt.

Gegenvorschläge?

Hmm. Wenn man sich den Bundesfreiwilligendienst näher anschaut gibt es garantiert noch eine Menge Verbessungspotential. Hier können die Verantwortlichen in den nächsten Jahren ansetzen:

  • Höhere Bezahlung
  • Bessere Informationspolitik (zum Beispiel Präsentationen in der Schule)
  • Bedarf an Freiwilligen verringern, in dem man mehr Personal einstellt

Das Problem müssen aber letztlich die Betroffenen selber lösen, es hilft jedoch nichts, dass sich Unternehmen, die auf die Freiweilligen angewiesen sind, nur über die Situation beklagen. Auch die Politik, insbondere das Verteidigungsministerium muss sich der Verantwortung stellen und hier aufräumen.

Organspenden – Ist die Widerpruchsregelung sinnvoll?

Nachdem in den letzten Tagen vermehrt über eine Neuregelung von Organspenden geredet wurde gibt es nun erste konkrete Ideen. Eine Variante könnte so aussehen, dass jeder Bundesbürger pauschal zum Organspender wird, bis er dies widerspricht. Eine ähnliche Regelung gibt es bereits in anderen Ländern, wie Spanien oder Österreich. Dort gibt es kaum Mangel an Organen. Ganz anders in Deutschland. Hier warten tausende Patienten auf Organspenden. Viele Patienten bekommen diese nie. Eine weitere Variante zur Neuregelung könnte so sein, dass jeder Bundesbürger einmal im Leben, zum Beispiel bei der Beantragung eines Ausweises, gefragt wird, ob er Spenden möchte oder nicht.

Wieso gibt es in Deutschland so wenig Organspender?

Vielen Menschen könnte durch eine Organspende das Leben um viele Jahre verlängert werden. Wieso nicht auch das eigene? Ein Hauptgrund für den massiven Mangel an Organspendern liegt vermutlich an zwei Punkten. Zum einen gibt es in Deutschland einfach zu wenig Aufklärung durch Politik und Öffentlichkeit. Dadurch verlieren die Leute die Möglichkeit der Organspenden einfach aus den Augen, weil sie schlichtweg nicht informiert sind. Die zweite Variante ist die Faulheit von vielen Leuten. Die Leute nehmen sich einfach nicht die Zeit um sich zu informieren und sich als Spender bereitzustellen. Das ganze ist also nicht nur eine Bring- sondern auch eine Holschuld. Dieser Fakt ist leider noch nicht überall angekommen.

Macht die Neurregelung auf Basis der Widerspruchsregel Sinn?

Meine Meinugn dazu ist, dass diese Regel absolut Sinn macht. Die Leute die nicht zum Organspender werden wollen, die können dies widersprechen. Die vielen, die es einfach nicht interessiert oder die keine Zeit haben sich zu informieren, die werden automatisch zu Organspendern.  Also macht eine Neuregelung auf jeden Fall Sinn. Eine Regelung in Form einer einmaligen Befragung für jeden macht meiner Meinung hingegen keinen Sinn. Die Leute würden dann eine kompetente Beratung zur Organspende erwarten, diese würden sie aber unter Umständen auf Ämtern nicht bekommen. Das Resultat wäre vermutlich, dass viele die Organspende einfach verneinen.

Ich würde gerne wissen: Seid ihr Organspender?