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Marco Huck bleibt Weltmeister im Cruisergewicht

Marco Huck (Quelle Wikipedia)

Marco Huck bleibt nach einem spektakulären Kampf im Münchner Olympiapark Weltmeister im Cruisergewicht des Verbandes WBO. Er bezwang seinen Gegner Hugo Hernan Garay in der zehnten Runde durch KO. Für den 26-jährigen war es die 7. Titelverteidigung in Serie. Für Garay hingegen war es die sechste Niederlage seiner Karriere.

Huck war über lange Strecken in diesem Kampf der dominante Boxer. Sein harter Punch erwies ihm auch gestern Abend wieder einen guten Dienst. Dies spürte Garay bereits in der ersten Runde als er den ersten Niederschlag kassieren musste. Aber auch der Argentinier blieb über den gesamten Kampf gefährlich. Immer wieder schlug er mit explosionsartigen Überfällen auf Huck ein, welche der deutsche jedoch souverän kontern konnte. Das einzige was man Huck nachsagen könnte, dass ist seine mangelende Präzision.
Wenn Marco Huck nur ein bisschen mehr Präzision in seine harten Schläge bekommen könnte, dann könnte er in Zukunft das Cruisergewicht ähnlich dominieren wie die Klitschkos das Schwergewicht. Huck kommt übrigens, wie auch die Klitschko-Brüder, aus dem Kickboxing-Bereich.

Meiner Meinung ist Marco Huck neben Sebastian Sylvester einer der hoffnungsvollsten Talente im deutschen Boxsport. Immerhin ist er mit seinen 26 Jahren noch in einem Alter in dem man sich entwickeln kann und an seinen aktuellen Schwächen arbeiten kann. Ulli Wegner kann auch nochmal zeigen was für ein guter Trainer er ist. Bei Arthur Abraham hat dies ja nun bekanntlich nicht geklappt. Hucks nächste Schritte werden wahrscheinlich so aussehen, dass er eine Titelvereinigung mit einem der anderen Verbände anstrebt.

Ein Wort will ich noch zur Präsentation des Kampfes für das Fernsehen verlieren. Der Kampf wurde gestern durch die ARD übertragen. Ich kritisierte in den letzten Wochen mehrfach die Art und Weise der privaten TV-Sender bei der Ausstrahlung von Boxkämpfen für das deutsche Fernsehen. Zum Beispiel bei dem Kampf von Felix Sturm gegen Matthew Macklin oder auch beim Sieg von Wladimir Klitschko über David Haye. Die ARD hatb es allerdings geschafft einen Boxkampf zu zeigen ohne viel Show und Feuerwerk. Der Fokus lag zu jeder Zeit bei dem sportlichen Ereignis. Der Kommentar wirkte kompetent und erzählte nicht zu viel Unsinn. Mit Henry Maske wurde ein glaubhafter und sympathischer Experte geholt. Es hat einfach Spaß gemacht sich diesen Boxkampf anzuschauen.

Klitschko besiegt Großmaul Haye, aber nicht durch KO

W. Klitschko (Quelle Wikipedia, Alex Ex)

Gestern Nacht kam es in Hamburg zum sogenannten Boxkampf des Jahres. Die Weltmeisterschaft der Verbände IBF, IBO, WBA und WBO im Schwergewicht wurde im Kampf zwischen Wladimir Klitschko und David Haye ausgetragen. Der Brite Haye viel im Vorfeld des Kampfes durch geschmacklose Provokationen auf. Beide Kontrahenten haben einen KO-Sieg versprochen, daraus wurde leider nichts.

Klitschko hat den Kampf bei regnerischem Wetter in Hamburg einstimmig nach Punkten gewonnen. Obwohl er nicht so souverän wie sonst boxte, geht das Ergebnis so in Ordnung. Haye hat sich dabei als würdiger Gegner erwiesen, viel jedoch durch einen unsauberen Stil auf. Er ließ sich mehrmals auf den Boden fallen um so Bestrafungen durch den Ringrichter bei Klitschko zu provozieren. Klitschko erhielt einen Punktabzug wegen drücken. In Runde 11 wurde das auf den Boden fallen lassen als Niederschlag gewertet. Haye wurde daraufhin vom Ringrichter angezählt.
Nichtsdestotrotz war David Haye seit Jahren der erste Gegner von Wladimir Klitschko der annähernd mithalten konnte. Den Respekt den sich Haye im Ring erkämpft hatte, den hat er durch seine dummen Ausreden nach dem Kampf leider wieder verloren. Er behauptete direkt nach dem Kampf, dass er nicht richtig fit gewesen sei, weil er eine Fußverletzung nicht richtig auskurieren konnte. Dazu kann sich jeder seine eigenen Gedanken machen…
Der Ukrainer hingegen hat einen historischen Sieg gefeiert. Die Beiden Klitschko-Brüder sind nun in Besitz aller 4 großen Weltmeistertitel im Schwergewicht.

Bei der ersten Pressekonferenz nach dem Kampf forderte Klitschko den Briten nochmals herraus und hat ihm damit indirekt einen Rückkampf angeboten. Ob und wann dieser Kampf dann stattfinden würde ist noch nicht bekannt. Vielleicht klappt es ja dann mit dem 50. KO-Sieg seiner Karriere.

Der Kampf wurde von mehreren sogenannten Box-Legenden und Experten beobachtet. Mit dabei waren Mike Tyson, Lennox Lewis und George Foreman. RTL versprach vor dem Kampf übrigens auf zu viel Entertainment und Trara zu verzichten. Leider hat der Privatsender dieses Versprechen nicht wahr gemacht. Die lächerliche Show vor dem Kampf war ähnlich peinlich wie die von Sat1 am letzten Wochenende beim Kampf von Matthew Macklin gegen Felix Sturm.

Eindruck vom Boxspiel “Fight Night Champion”

Am Wochenende hatte ich die Möglichkeit die Xbox360-Version von Fight Night Champion zu testen. Die Boxsimulation von EA-Sports ist der Nachfolger von Fight Night Round 4, welches ich auch selber besitze. Das Spiel ist ausserdem für die Playstation 3 von Sony erschienen.
Die Steuerung fühlt sich etwas genauer und präziser an, das ist aber lediglich ein subjektiver Eindruck. Die Grafik ist in Ordnung, der Sound gefällt gut.

Cover Fight Night Champion

Cover Fight Night Champion

Der neue filmreife Karrieremodus fühlt sich ebenfalls sehr gut an. Man boxt sich als junges Talent Andre Bishop vom Amateurboxer bis hin zum Top-Mittelgewichtler. Eine Intrige durch einen gegnerischen Promoter bringt Bishop ins Gefängnis. Hier muss der Hauptakteur sich gegen diverse Mitgefangene im Ring durchsetzen. Hier gefallen die netten Zwischensequenzen. Die in der deutschen Version durch Untertitel untermalt werden. Wieer aus dem Gefängnis entlassen, boxt man sich Schritt für Schritt wieder an die Spitze, diesmal als Schwergewichtler. Dabei muss man einige Aufgaben lösen, wie zum Beispiel, KO in der ersten Runde oder den Gegner nur mit Hilfer der linken Hand besiegen. Allerdings ist der Sotrymodus innerhalb von weniger als drei Stunden durchgespielt. Sobald nämlich der fiese Boxweltmeister Isaac Frost besiegt wurde und man selber Weltmeister wird, ist der Storymodus abgeschlossen. Es folgt ein hübscher Abspann.
Anschließend hat man als Spieler die Wahl aus bekannten Punkten, wie der Option “Schneller Kampf”, Online-Kämpfen oder dem herkömmlichen Karriere-Modus mit einem eigenen Boxer, auch eine Wiederholung des Story-Modus ist möglich, zum Beispiel in einem anderen Schwierigkeitsgrad.

Im Schnellkampfmodus hat man die Möglichkeit mit voreingestellten Boxern, vielen ehemaligen, aktuellen Weltmeistern und einigen Boxlegenden, in den Ring zu steigen. Dazu lassen sich die eigenen Regeln nach belieben Anpassen. Einer der größten Defizite des Spiels ist leider die Bewertung der Boxer. Wer einen David Haye (mit Stärke 86) oder Evander Holyfield stärker als einen der Klitschkos (Stärker 83 und 84) einschätzt, der leidet meiner Meinung an Realitätsverlust. Die Klitschko-Brüder dominieren seit mehr als 10 Jahren das Schwergewichtsboxen und das sollte man auch bei EA-Sports neidlos anerkennen.
Ich empfinde es als unwürdigend Vitali und Wladimir gegenüber. Diese Feststellung hat natürlich nichts mit dem spielerischen Eindruck des Spiels zu tun. Dieser war jedoch trotzallem nur durchwachsen. Der Storymodus hatte enorm Potential, war aber leider zu schnell durchgespielt. Der Rest setzt sich nicht genug vom Vorgänger ab.

Ich als Besitzer des 4. Teils werde mit Fight Night Champion wohl nicht kaufen. Für meine Boxkämpfe zwischendurch reichts auch so noch.