Tony Martin gewinnt Zeitfahren in Grenoble und Evans die Tour

Cadel Evans (Copyright by Haggisnl)

Was für ein Tag. Was für eine Tour de France. Tony Martin gewinnt die vorletzte Etappe dieser Tour de France und somit das Einzelzeitfahren in Grenoble. Das Gesamtklassement der Tour de France hingegen wurde heute durch Cadel Evans entschieden und es ist lange her das man bei einer Frankreichrundfahrt so mitzittern konnte. Anfangs sah es noch so aus, als ob die Schleck-Brüder in diesem Jahr die große Rundfahrt in Frankreich dominieren würden, aber Cadel Evans erwies sich als derjenige der nicht nur mithalten, sondern die Schlecks auch schlagen konnte.

Die restlichen Favoriten, beziehungsweise die Fahrer die sich in den letzten Etappen am stärksten erweisen konnten, abgesehen von Evans, nicht mehr in die Gesamtwertung eingreifen. Auch der Vorjahressieger Alberto Contador konnte das Gelbe Trikot nicht mehr angreifen und bestreitet eine eher enttäuschende Tour de France. Immerhin gewann er in dieser Saison bereits den Giro de Italia. Andy Schleck hingegen wird zum dritten mal hintereinander 2. der Tour de France. Wieder einmal musste er und auch die Konkurrenz seine schlechten Zeitfahrqualitäten feststellen. Die große Überraschung dieser Frankreichrundfahrt war allerdings jemand anderes. Thomas Voeckler schaffte es 10 Tage in Gelb zu fahren und schaffte es völlig überraschend in die Top-Ten. In Frankreich wird Voeckler nach seiner Eindrucksvollen Tour bereits als Volksheld verehrt. Er trug das Gelbe Trikot in seiner Karriere bereits 20 Tage und ist somit zusammen mit Lance Armstrong, dem Rekordsieger der Tour de France und Miguel Indurain einer der Fahrer die das Trikot in den vergangenen 20 Jahren am längsten trugen durften.

Der Sieg dieses Einzelzeitfahren über 42 Kilometer ging heute an den deutschen Tony Martin. Bei der Etappe konnte er heute beweisen, dass er derzeit einer der besten Zeitfahrer der Welt ist. Mit 6 Sekunden Vorsprung vor Evans gewinnt er diese Etappe in Grenoble. Zuletzt gelang ihm eine ähnliche Leistung vor vier Wochen an gleicher Stelle. Zumindest einen Tag lang konnte er an die großen Siege von Jan Ullrich bei der Tour de France im Zeitfahren erinnern. Leider war Martin in den Bergen zu schwach um sich auch Chancen auf den Gesamtsieg ausmalen zu können. Hier muss er unbedingt an sich arbeiten bis zur nächsten Saison.

Für das nächste Jahr wird interessant sein ob Andy Schleck es endlich schafft die Tour de France zu gewinnen. In jedem Fall muss er, wie auch sein Bruder Fränk Schleck, an seinen Fähigkeiten im Zeitfahren arbeiten. Falls Tony Martin hingegen seine Fähigkeiten am Berg verbessern kann, dann ist auch hier eine mögliche Top-Ten Platzierung möglich. Ob Thomas Voeckler hingegen nochmal an so eine Leistung anknüpfen kann ist eher fraglich. Mit seinen 32 Jahren ist er nicht mehr der jüngste und ob die Konkurrenz ihn nochmal so ins Gelbe Trikot fahren lässt ist unwahrscheinlich. Immerhin erwies er sich am Berg als würdiger Gegner der Favoriten wie Contador, Evans und auch den Schlecks.