Website Monitoring in der Praxis

Wer sich bereits mit der Thematik Website-Monitoring beschäftigt hat, der weiß, es gibt unzählige Möglichkeiten die eigene Internetseite zu überwachen. Und nein, mit Monitoring meine ich nicht dass beobachten von Besucherstatistiken im Sinne von SEO, sondern dass Überwachen der Verfügbarkeit und Funktionalität von Applikationen, wie zum Beispiel Web-Seiten, Datenbanken oder ganzen Servern.

Ich habe mir dazu einige kostenlose Varianten angeschaut und diese genauer getestet. Beachtet jedoch, es gibt sicher noch weitere gute Lösungen für die Überwachung von Webservern und Webseiten. Bitte habt Verständnis wenn ich nicht auf alle Varianten eingehen kann. Jedoch freue ich mich riesig, wenn Ihr mir Empfehlungen von weiteren Monitoring-Tools zukommen lassen könntet. Alle hier vorgestellten Dienste habe ich über mehrere Wochen ausführlich getestet, dazu habe ich währrend der Dauer des Tests Ausfälle simuliert und gemessen wie lange die Tools brauchten um zu reagieren. Des weiteren habe ich mir Auswertungsmöglichkeiten angeschaut.

sitealert.de

sitealert GUI

GUI der Statistiken bei sitealert

Sitealert ist zwar generell nicht kostenfrei, bietet jedoch einen Kompletten Testmonat, der nichts kostet.
Die Registrierung ist denkbar einfach und nach einer Bestätigungsmail ist man auch schon registriert und kann eine URL zur Überwachung eintragen. Die GUI bei sitealert nennt sich avaris und ist in deutscher Sprache übersichtlich strukturiert.
Jedoch musste ich feststellen, dass der Umfang dieses Testpaketes sehr beschränkt ist. Es wird unter anderem nur alle 60 Minuten geprüft ob die Seite (inklusive Keyword-Check) verfügbar ist. Dadurch sind simulierte Ausfälle teilweise erst ziemlich spät aufgefallen.
In der kostenpflichtigen Variante sind kürzere Intervalle bei Messungen möglich. Wer also die Bezahl-Version in Anspruch nimmt, der kann hier eine übersichtliche GUI und eine Menge Statistiken nutzen. Die Testversion bietet einen guten Einblick in die Möglichkeiten, allerdings muss hierfür teilweise eine Menge Geld investiert werden. Um beispielsweise ein Messinterval von 5 Minuten nutzen zu können, muss man bereits 17,85 € im Monat zahlen. Ein stolze Investion.. Wer allerdings ein großes Portal betreibt und davon leben muss, für den kann sich das Angebot von sitelert schon lohnen.

UptimeRobot

UptimeRobot bietet meiner Meinung die beste Leistung der hier getesteten Monitoring-Tools. Man kann kostenfrei bis zu 50 Monitore erstellen. Dabei kann man wählen ob man einen einfachen HTTP-Request, einen Keywordcheck oder einen Netzwerk-Ping machen möchte. Bei einem Ausfall werden Alarmmails an einen vorher definierten Verteiler geschickt. Bei den Tests ist die Software sehr gut abgeschnitten. Simulierte Ausfälle wurden in weniger als 5 Minuten erkannt, auch Gut-Meldungen wurden ähnlich schnell verschickt. UptimeRobot bietet nicht so schöne Statistiken wie SiteAlert, wen dass nicht stört der kann hier ruhig einen Account anmelden. Bei großen Web-Seiten kann die Grenze von 50 Messpunkten allerdings schnell knapp werden. Bei meinen Tests merkte der UptimeRobot Ausfälle in der Regel am schnellsten, das liegt aber wahrscheinlich auch an den Messintervallen von 5 Minuten.

Neben der Alarmierung beherrscht UptimeRobot auch den Versand von Nachrichten via Twitter oder sogar RSS-Feed.

ManageEngine Applications Manager

Der Applications Manager von Manage Engine ist eine Lösung die man selbst Hosten muss. Dafür wird in dem Installationspaket ein Apache Tomcat und eine MySQL Datenbank mitgeliefert. Die kostenfreie Variante unterstützt bis zu 5 Monitore, wobei auch sogenannte URL- oder auch Klick-Sequenzen erstellt werden können. Damit kann dann eine Folge von Klicks durch eine Webseite geprüft werden, sogar Logins in einem System sind möglich. Das Monitoringsystem kann nicht nur Keywords auf einer Webseite gecheckt werden, unter anderem kann auch der Zustand von Datenbanksystemen oder Java-Applikationsserver überwacht werden. Der Applications Manager stellt umfangreiche Statistiken zur Auswertung bereit. Es können beispielsweise über mehrere Wochen die Antwortzeiten für komplette Klicksequenzen ausgewertet werden. So lassen sich Peaks und Probleme im Antwortverhalten relativ genau analysieren.
Intervalle für eigene Monitore lassen sich selbst definieren, so dass man beispielsweise bei weniger wichtigen Systemen eine größere Zeitspanne wählen kann, als bei extrem wichtigen Systemen. Des weiteren lassen sich entsprechende Reaktionen bei bestimmten Alarmen definieren. Der Applications Manager kann nicht nur Alarme per E-Mail anmerken, sondern auch SNMP (Simple Network Management Protocol) Traps an andere Systeme versenden.

Alternative cronjob.de

Der Servermonitoringdienst von cronjob.de ist eine kostenfreie Alternative für die anderen vorgestellten Dienste. Stellt aber keine Statistiken bereit. Auch können keine Keywordchecks gemacht werden. Ein riesiger Vorteil von cronjob.de sind die Minimal-Intervalle von 1 Minute die zwischen einem Job liegen kann. Bei den voreingestellten Servermonitoring-Jobs ist ein Intervall von 3 Minuten möglich.

Mit ein bisschen Fantasie und Aufwand lässt sich jedoch auch mit cronjob.de ein eigener Monitoring Dienst aufsetzen. Dazu muss lediglich ein Skript (beispielsweise mit PHP) geschrieben werden, welches Remote auf eine beliebige Website zugreift. Hier kann dann wiederrum ein Keywordcheck gemacht werden.

Ein lästiger Minuspunkt ist das regelmäßige bestätigen des eigenen Account, wenn man das einmal vergisst, dann merkt man nicht, wenn das eigene Monitoring deaktiviert ist.
Mit cronjob.de lässt sich durchaus ein solides Monitoring aufbauen, auf der FAQ-Seite bei cronjob.de findet man alle nötigen Infos um dieses zu realisieren. Allerdings muss ich gestehen, dass UptimeRobot als reines Monitoring-Tool besser geeignet ist als cronjob.de.

Fazit

Wie schon oben angesprochen: Es gibt sicher noch eine Menge Möglichkeiten und Lösungen. Ich konnte leider nicht alle Lösungen vollends Testen. Ein Bericht von dem Dienst Livewatch habe ich beispielsweise aus dem Artikel gestrichen. Die kostenfreie Variante von Livewatch hat mich nicht sonderlich überzeugt. Die Usabillity war leider nicht annähernd so gut wie bei sitealert. Jedoch wirken die kostenpflichtigen Angebote durchaus Fair, die Preise sind nicht zu überzogen. Leider konnte ich die Möglichkeiten nicht vollends testen, daher habe ich den Bericht entfernt. Diesen werde ich jedoch noch nachliefern, sobald ich den Service nochmals getestet habe.

Man kann sicher nicht alle Lösungen miteinander vergleichen, jedoch denke ich, dass für kleine Blogs und Firmenwebsites der Dienst von UptimeRobot durchaus geeignet ist. Zumal es auch kostenfrei ist. Wer jedoch das Geld für eine ausgewachsene Monitoringlösung in der Tasche hat, der soll sich sitelaert ruhig genauer anschauen.
Für den Applications Manager von ManageEngine ist ein eigener Server, mit ausreichenden Ressourcen, notwendig. Diesen hat sicher nicht jeder Übrig. Wer aber die Möglichkeit hat, der sollte nicht auf die Kostenfreie Demo-Version beschränkt sein. Die Professional-Version kostet nach aktuellem Stand jedoch für 50 Monitore satte $1,495. Die Preisliste kann auf der offiziellen Website von Manage Engine eingesehen werden. Außerdem lassen sich weitere kostenpflichtige Zusatzfunktionen dazukaufen. Daher ist auch dieser Dienst meiner Meinung nur etwas für verhältnismäßig große Projekte.

Letztlich muss jeder selbst wissen, ob und vor allem wie viel Zeit und Geld man in die Überwachung von Web-Systemen steckt. Aber es gibt durchaus lohnende Möglichkeiten. Ein Webserver kann immer mal ausfallen, vor allem in Lastsituationen. Die richtigen Auswertungsmöglichkeiten können einem wirklich Arbeit abnehmen.